Website für Selbstständige: Welche Inhalte, Kosten und Pflichten gibt es?

Eine gute Website für Selbstständige ist keine digitale Visitenkarte, sondern Ihr bester Mitarbeiter im Vertrieb: Sie erklärt in wenigen Sekunden, was Sie anbieten, für wen und in welcher Region, zeigt, wer dahintersteht, und macht die Anfrage so leicht wie möglich. Dafür braucht es meist nur fünf bis sieben Seiten, saubere Pflichtangaben nach deutschem Recht, eine Darstellung, die auf dem Smartphone funktioniert, und eine Verbindung zu Ihrem Google-Unternehmensprofil. Hier lesen Sie, welche Seiten und Inhalte hineingehören, welche rechtlichen Punkte Sie nicht übersehen dürfen, was eine Homepage realistisch kostet und wie sie aktuell bleibt, ohne dass Sie abends am Laptop sitzen.
Warum brauchen Selbstständige eine eigene Website?
Viele Aufträge beginnen mit einer Empfehlung und enden mit einer Google-Suche. Jemand hört Ihren Namen beim Nachbarn, tippt ihn ins Handy und entscheidet in Sekunden, ob er anruft oder weitersucht. Ein Profil auf einer Plattform oder in sozialen Netzwerken hilft dabei, aber es gehört Ihnen nicht: Die Plattform bestimmt Layout, Regeln und Reichweite.
Die eigene Website ist der einzige Ort im Netz, den Sie vollständig kontrollieren. Hier erklären Sie Ihre Leistungen in Ihren Worten, zeigen echte Projekte, sammeln Anfragen über Ihr eigenes Formular und bauen Inhalte auf, die über Jahre bei Google gefunden werden. Für Handwerker, Berater, Therapeuten, Fotografinnen oder Dienstleister vor Ort ist sie zudem das Ziel, auf das das Google-Unternehmensprofil verweist. Ohne gute Website verpufft ein Teil der Klicks aus Google Maps.
Was muss eine gute Website für Selbstständige leisten?
Die IHK Bodensee-Oberschwaben rät, eine Website konsequent aus Sicht der Besucher aufzubauen: Wer über eine Suchmaschine kommt, will schnell finden, was er sucht. Für Selbstständige heißt das konkret drei Dinge.
1. Sofort verständlich sein. Der Ratgeber der Handwerkskammern zur Webseitengestaltung rechnet mit etwa 10 Sekunden, in denen die Startseite überzeugen muss. Eine Überschrift wie „Badsanierung in Augsburg und Umgebung, aus einer Hand“ leistet mehr als „Willkommen auf unserer Homepage“. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir im Video zum 5-Sekunden-Test für die Startseite.
2. Vertrauen aufbauen. Bei Selbstständigen kauft man immer auch die Person. Laut den Handwerkskammern schafft die Vorstellung des Unternehmens und der Menschen dahinter Vertrauen, ergänzt um Räumlichkeiten, Geschichte und Arbeitsweise. Echte Fotos von Ihnen und Ihrer Arbeit schlagen jedes Stockbild. Dazu kommen Kundenstimmen, Bewertungen aus Ihrem Google-Profil, Zertifikate oder Mitgliedschaften, sofern Sie welche haben.
3. Die Anfrage einfach machen. Telefonnummer, E-Mail und ein kurzes Formular gehören leicht erreichbar auf jede Seite, nicht nur auf die Kontaktseite. Jedes Pflichtfeld zu viel kostet Anfragen. Fragen Sie nur ab, was Sie für eine erste Antwort wirklich brauchen, und sagen Sie dazu, wann sich der Kunde auf eine Rückmeldung verlassen kann. Woran es sonst oft hakt, steht im Ratgeber warum die Website keine Anfragen bringt.
Welche Seiten gehören auf die Homepage?
Der Leitfaden zur Websitegestaltung für kleine und mittlere Unternehmen rät zu einer logischen Menüführung mit höchstens sieben Hauptpunkten. Für die meisten Selbstständigen sieht das so aus:
- Startseite (Orientierung in Sekunden): Angebot in einem Satz, Region, Zielgruppe, ein Foto von Ihnen, klarer Kontaktbutton
- Leistungen (Suchanfragen abholen, Fragen beantworten): pro Hauptleistung eine eigene Seite mit Ablauf, Nutzen, typischen Fragen und möglichst einem Preisrahmen
- Über mich / Über uns (Vertrauen): Werdegang, Qualifikation, Arbeitsweise, Team, Werkstatt oder Büro
- Referenzen (Beweis): Projekte mit Vorher-nachher, Kundenstimmen, Bewertungen
- Kontakt (Anfrage): Formular, Telefon, E-Mail, Adresse, Einzugsgebiet, Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten
- Impressum (Pflicht): Angaben nach § 5 DDG
- Datenschutz (Pflicht): Information über alle Datenverarbeitungen auf der Seite
Ein Blog oder Ratgeberbereich ist kein Muss für den Start, lohnt sich aber, sobald Sie regelmäßig dieselben Kundenfragen beantworten. Jede gute Antwort auf eine echte Frage ist eine zusätzliche Chance, bei Google gefunden zu werden.
Bei umfangreichen Angeboten empfehlen die Handwerkskammern den Grundsatz „Weniger ist mehr“ und eine schrittweise Gliederung: erst der Überblick, dann die Details. Wie stark Startseite, Menüpunkte und Kontaktwege über den Erfolg entscheiden, sieht man gut in Branchen mit vielen Terminanfragen, etwa bei einer Website für Kfz-Werkstätten mit KI, wo Kostenvoranschlag und Terminbuchung direkt auf der Startseite ansetzen. Das Prinzip gilt genauso für Maler, Steuerberaterinnen oder Coaches: Der wichtigste nächste Schritt muss sofort sichtbar sein.
Wie schreibe ich Texte, die Anfragen bringen?
Die meisten Websites von Selbstständigen scheitern nicht am Design, sondern an den Texten. Der genannte Leitfaden empfiehlt für Webtexte prägnante Inhalte, einfachen Satzbau mit Aktivsätzen, sinnvoll eingesetzte Aufzählungen und eine Sprache, die zur Zielgruppe passt. Drei Regeln kommen dazu:
- Schreiben Sie in der Sprache Ihrer Kunden. Ein Kunde sucht „Dachrinne reparieren lassen“, nicht „Dachentwässerungssysteme“. Nutzen Sie die Wörter, die Ihre Kunden am Telefon verwenden.
- Nennen Sie Ort und Einzugsgebiet. „Elektriker in Bielefeld, Gütersloh und Herford“ hilft Lesern und Suchmaschinen gleichermaßen.
- Beantworten Sie die Fragen vor dem Anruf. Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Wie schnell haben Sie Termine frei? Was kostet es ungefähr? Wer das offen beantwortet, bekommt passendere Anfragen und weniger Zeitfresser.
Details gehören auf die Leistungsseiten, nicht in den ersten Absatz der Startseite.
Wie werde ich mobil und lokal gefunden?
Ein großer Teil Ihrer Besucher kommt über das Smartphone, oft unterwegs und mit wenig Geduld. Das EU-Portal Your Europe nennt als Merkmale einer nutzerfreundlichen Unternehmenswebsite unter anderem eine gute Darstellung auf Computer, Tablet und Smartphone, eine Gesamtladezeit von höchstens 2 bis 3 Sekunden, klare Menüs und bestenfalls nicht mehr als drei Klicks bis zur tiefsten Ebene. Wie Sie das selbst prüfen, zeigen unser Handy-Check mit 15 Punkten und der Ratgeber zur Ladezeit.
Für Selbstständige mit regionalem Geschäft kommt die lokale Suche dazu. Wer „Fliesenleger in der Nähe“ eintippt, sieht zuerst die Karte mit Google-Unternehmensprofilen. Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und steuert, wie Ihr Betrieb in der Google-Suche und in Google Maps erscheint. Website und Profil sollten zusammenspielen:
- Name, Adresse und Telefonnummer stehen auf Website und Profil gleich.
- Das Profil verlinkt auf die passende Seite Ihrer Website, nicht nur auf die Startseite.
- Leistungen und Einzugsgebiet sind auf beiden Seiten einheitlich beschrieben.
- Neue Bewertungen werden zeitnah beantwortet.
Wie Sie das Profil aufsetzen, erklärt der Ratgeber Google-Unternehmensprofil einrichten, wie Sie es pflegen, der Beitrag Google-Unternehmensprofil optimieren. Mehr zur regionalen Auffindbarkeit lesen Sie unter lokal gefunden werden.
Welche Pflichtangaben braucht eine geschäftliche Website?
Sobald Ihre Website geschäftlich ist, gelten in Deutschland feste Regeln. Sie sind kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, sie von Anfang an sauber umzusetzen.
Was gehört ins Impressum nach dem Digitale-Dienste-Gesetz?
§ 5 DDG verpflichtet Anbieter geschäftsmäßiger digitaler Dienste, Name und Anschrift, eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit sowie je nach Fall Register-, Aufsichts-, Berufs- und Umsatzsteuer- oder Wirtschafts-Identifikationsangaben leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar bereitzuhalten. Laut IHK Wiesbaden kommt es für die Geschäftsmäßigkeit nicht nur auf Gewinnabsicht oder Gewerbeanmeldung an, sondern auch auf die Dauerhaftigkeit des Angebots. Für Handwerker mit Eintragung in die Handwerksrolle oder Berater in Kammerberufen kommen oft Angaben zur zuständigen Kammer und Berufsbezeichnung hinzu. Was genau in Ihr Impressum gehört, zeigt unser Ratgeber zum Impressum nach DDG. Bei Sonderfällen, etwa mehreren Gesellschaften oder einem reglementierten Beruf, klären Sie die Angaben mit Ihrer Kammer oder einer Anwältin für IT-Recht.
Was gilt für Datenschutz und Cookies?
Ihre Website muss transparent über jede konkrete Datenverarbeitung informieren, vom Kontaktformular über eingebundene Karten bis zur Statistik. Die Anforderungen an Cookies regelt § 25 TDDDG: Nicht notwendige Zugriffe auf das Endgerät, etwa für Analyse- oder Marketing-Tools, brauchen grundsätzlich eine vorherige aktive Einwilligung. Ein Banner, das Tracking schon vor dem Klick startet, erfüllt das nicht. Je weniger externe Dienste Sie einbinden, desto schlanker bleiben Datenschutzerklärung und Cookie-Banner. Details stehen im Ratgeber zur Cookie-Banner-Pflicht.
Was muss ich vor der Domain-Registrierung prüfen?
Die IHK Dresden rät, vor der Registrierung nicht nur die Verfügbarkeit zu prüfen, sondern auch, ob Marken- oder Namensrechte verletzt werden. Sonst drohen Schadensersatz und der Verlust der Domain, oft genau dann, wenn sie schon auf Fahrzeugen und Visitenkarten steht.
Gilt das Barrierefreiheitsgesetz auch für mich?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betrifft vor allem Websites, über die Verbraucher online Verträge abschließen, etwa Shops oder Buchungsstrecken. Laut IHK München sind Kleinstunternehmen privilegiert, wenn sie keine betroffenen Produkte bereitstellen, weniger als 10 Personen beschäftigen und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme haben. Klären Sie Ihren Fall im Zweifel mit Ihrer IHK oder Handwerkskammer. Unabhängig davon lohnen gut lesbare Schrift, ausreichende Kontraste und Alternativtexte für Bilder immer: Sie helfen allen Besuchern.
Selbst bauen, Freelancer oder Rundum-Betreuung?
Die IHK Bodensee-Oberschwaben rät, vor dem Aufbau Budget und Pflegekapazität zu klären. Für reine Basisinformationen kann ein Template vom Provider genügen; soll die Website eine wichtige Rolle bei Akquise und Marketing spielen, ist in der Regel eine professionell gestaltete, individuelle Lösung vorzuziehen. In der Praxis haben Selbstständige drei Wege:
- Baukasten in Eigenregie: hoher Zeitaufwand, denn Texte, Bilder, Technik und Recht liegen bei Ihnen; Kosten sind eine Monatsgebühr plus Ihre Stunden; die Pflege und das Google-Profil machen Sie selbst.
- Freelancer nach Stunden: mittlerer Zeitaufwand für Briefing und Abstimmung; die Kosten hängen von Stunden und Änderungswünschen ab; Pflege meist auf Zuruf und extra berechnet; Google-Profil und Anfragen oft nicht Teil des Auftrags.
- Festpreis mit monatlicher Betreuung: geringer Zeitaufwand, Sie liefern den Input; fester Aufbaupreis und feste Monatspauschale; Pflege und Bericht laufend inklusive, Google-Profil und Anfragen aus einer Hand.
Wenn Sie Ihre Zeit lieber in Kunden als in Technik stecken, ist die dritte Variante die passende. Eine ausführliche Abwägung finden Sie in unserem Beitrag Website selbst erstellen oder erstellen lassen.
Was kostet eine Website für Selbstständige?
Die Spanne ist groß, weil sehr Unterschiedliches unter „Website“ verkauft wird. Wichtig ist, nicht nur den Erstellungspreis zu betrachten, sondern die laufenden Kosten für Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates und Inhalte mitzurechnen. Zur Orientierung unsere eigenen Festpreise, Stand November 2026, alle zzgl. MwSt.:
- Paket Website Start: 990 € einmalig für eine neue Website (190 € bei einer geeigneten bestehenden), danach 99 € im Monat
- Paket Sichtbarkeit Wachstum: 990 € einmalig (290 € bei bestehender Website), danach 399 € im Monat
- Paket Sichtbarkeit Komplett: 990 € einmalig (290 € bei bestehender Website), danach 799 € im Monat
- Website bis 8 Seiten, einzeln: 1.290 € einmalig
- SEO-Grundoptimierung: 249 € einmalig
- Google-Unternehmensprofil einrichten oder optimieren: 129 € einmalig
- Kontakt- und Anfrageformular mit Automatik: 149 € einmalig
- Wartung & Hosting: 39 € im Monat
- KI-Website-Assistent inklusive Online-Terminbuchung: 490 € einmalig, danach 99 € im Monat
Die Monatspakete haben eine Mindestlaufzeit von drei Monaten und sind danach monatlich mit einem Monat Frist kündbar. Einen ausführlichen Kostenvergleich finden Sie unter Website-Kosten für Selbstständige.
Warum ist eine Website kein Projekt, sondern ein System?
Viele Selbstständige haben schon eine Website. Sie wurde irgendwann mit viel Energie gebaut und dann nicht mehr angefasst, weil das Tagesgeschäft wichtiger war. Wer ausgelastet ist, hat keine Zeit für Marketing.
Deshalb denken wir Website, Google-Profil, Anfragen und Bewertungen zusammen. Eine Website bringt mehr, wenn das Google-Profil gepflegt ist, Anfragen automatisch bestätigt werden und zufriedene Kunden nach einer Bewertung gefragt werden.
Wir arbeiten mit Festpreisen statt Stundenzetteln, online und mit einem festen Ansprechpartner. Sie sehen den Fortschritt live im Kundenbereich und nehmen das Ergebnis selbst ab. Jeden Monat bekommen Sie einen Bericht, was passiert ist. Bestimmte Google-Plätze sagen wir nicht zu, weil das niemand seriös kann.
Wie läuft das beim Sichtbarkeitshaus ab?
Das Sichtbarkeitshaus baut Websites für Selbstständige, Handwerker, Berater und kleine Betriebe und kümmert sich danach weiter darum. Sie bestellen online und bezahlen per Karte, Apple Pay, Google Pay oder auf Rechnung. Bei einer neuen Website zahlen Sie die Einrichtung zur Hälfte bei Auftrag und zur Hälfte nach Ihrer Abnahme, die Monatsbetreuung beginnt erst mit dem Leistungsstart. Die Website gehört Ihnen: Nach Vertragsende erhalten Sie den Code und alle Inhalte.
Vergleichen Sie unsere Pakete für Website und Sichtbarkeit oder stellen Sie sich Ihre Leistungen einzeln im Leistungskonfigurator zusammen. Mehr zum Angebot für Ihre Situation lesen Sie auf der Seite Website für Selbstständige und unter Website-Leistungen. Wenn Sie schon eine Seite haben, zeigt der kostenlose Website-Check, wo sie heute steht, und wer lieber spricht, bucht einen Telefontermin.
Quellen
- IHK Bodensee-Oberschwaben: Eine eigene Homepage erstellen
- Handwerkskammern Baden-Württemberg: Webseitengestaltung
- Mittelstand 4.0-Agentur Handel: Leitfaden Websitegestaltung für kleine und mittlere Unternehmen
- Your Europe: Eine Unternehmenswebsite für ein KMU einrichten
- Google: Unternehmensprofil
- IHK Wiesbaden: Rechtliche Pflichten für Websites
- IHK Köln: Regeln für Cookies nach dem TDDDG
- IHK Dresden: Checkliste für eine rechtssichere Webseite
- IHK München: Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Passend für diese Branchen

Osman Baripoglu
Inhaber von Sichtbarkeitshaus, Essen
Osman Baripoglu begleitet Selbstständige bei Website, Google-Sichtbarkeit, Video und KI – mit einem festen Ansprechpartner von der Planung bis zur Betreuung.
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